Hildesheim, 11. Januar 2015

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„Veränderung ist permanent“

Jens Stöber feierlich als neuer Leiter des Kirchenamts Hildesheim eingeführt

Christian Castel und der Vorstand des evangelischen Kirchenkreisverbands Hildesheim sowie die Pastoren der Martin-Luther-Gemeinde wünschten Jens Stöber Gottes Segen für seine neue Aufgabe. Foto: Neite  

Landkreise Hildesheim/Hameln-Pyrmont. Mit einem Gottesdienst in der Hildesheimer Martin-Luther-Kirche ist Jens Stöber am Sonntag feierlich als Leiter des evangelischen Kirchenamts Hildesheim eingeführt worden. Vor zahlreichen Gästen aus den Landkreisen Hildesheim und Hameln-Pyrmont hießen ihn die drei SuperintendentInnen der Region willkommen und segneten ihn für seine neue Aufgabe.

Christian Castel, Superintendent in Elze und Vorsitzender des Kirchenkreisverbands Hildesheim, dankte zunächst den Mitarbeitenden des Amtes, die während des anderthalbjährigen Übergangs nach dem Abschied von Stöbers Vorgänger Klaus Kastmann eine anstrengende Phase bewältigt hätten. Seine besondere Anerkennung galt Cordula Stepper – sie hatte das Kirchenamt während der Vakanz kommissarisch geleitet.

Jens Stöber bringe schon körperlich beste Vorsetzungen für die Leitungsfunktion mit, sagte Castel scherzend: „Zu übersehen ist er eigentlich nicht.“ Bei der Entscheidung für den 2,01-Meter-Mann hätten freilich andere Gründe eine Rolle gespielt: Mit seinen 34 Jahren hat der gebürtige Hesse bereits zwei Kirchenämter geleitet und berufsbegleitend zwei Studienabschlüsse erworben. „Verwaltung darf nicht zum Selbstzweck werden“, gab Castel dem Neuen mit auf den Weg. Sie sei vielmehr dazu da, die Gemeinden und die Menschen zu unterstützen.

Hildesheims Superintendent Helmut Aßmann fand im Brief des Paulus Hinweise, wie das am besten zu bewältigen sei. „Mit Hingabe dienen wir Gott, mit dem Rest machen wir unseren Job“, interpretierte Aßmann den biblischen Text, und riet mit Paulus auch: „Mach es nicht so wie alle anderen!“ 

Das „Ephorale Quartett“ mit Hella Castel, Katharina Henking, Christian Castel, Arwed Henking gab dem Gottesdienst eine besondere Note. Foto: Neite  

Gemeinsam mit Superintendentin Katharina Henking aus Alfeld erbaten die beiden Superintendenten Gottes Segen für Jens Stöbers Arbeit im Kirchenamt. Die Verwaltung für die beiden großen Kirchenkreise Hildesheimer Land-Alfeld und Hildesheim Sarstedt ist für 113 Kirchen- und zwölf Kapellengemeinden mit rund 140.000 Gläubigen zuständig. Das Gebiet erstreckt sich von Sarstedt über Söhlde bis Bockenem und von Alfeld über Elze bis Bisperode jenseits des Ith.

Beim anschließenden Empfang im Martin-Luther-Gemeindehaus begrüßte auch Bürgermeisterin Ruth Seefels den Verwaltungsexperten in Hildesheim. Sie lebe seit elf Jahren in Hildesheim und sei ebenfalls im Winter in die Stadt gezogen. „Ich fand sie am Anfang nicht sehr schön“, gestand die Bürgermeisterin. Inzwischen habe sie jedoch Hildesheim schätzen und lieben gelernt.

In einem kurzen Grundsatzreferat über die Aufgaben der Verwaltung in einer immer komplexeren Welt kündigte Jens Stöber an, die Strukturen des Kirchenamtes behutsam umgestalten zu wollen. Denn: „Veränderung ist permanent.“ „Es muss verinnerlicht werden, dass die Kirche sich am Markt bewegt“, sagte Stöber weiter. Sie werde von den Menschen nicht mehr für selbstverständlich gehalten. „Es ist festzustellen, dass sich die Kundenerwartungen vergrößert haben“, betonte der Amtsleiter. Die Verwaltung sei nicht nur Dienstleisterin, sondern auch Beraterin und Rechtsaufsicht für die Einrichtungen der evangelischen Kirche. Ralf Neite