Hildesheim, 25. Juni 2015

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Spenden statt Geschenke

Inner-Wheel-Club Hildesheim spendet 3.000 Euro an die Stiftung „Familien in Not“

Ingrid Fenske, Rosemarie Reyer, Daniela Schempershauwe, Matthias Böning, Ingrid Hennis, Berit Gehlen bei der Spendenübergabe im Diakonischen Werk. Foto: Balzer

Hildesheim. Ingrid Hennis hat eine musikalische Familie. Vier Kinder, elf Enkel. Auf ihrem 80. Geburtstag sang ein ganzer Familienchor. „Wunderschön, ich möcht's nicht missen“, sagt die ältere Dame. Gerade deshalb ist der Hildesheimerin wichtig, dass auch Kinder, die in finanziell notleidenden Familien aufwachsen, die Möglichkeit haben, Musikunterricht zu erhalten oder einen Sportverein zu besuchen. Schließlich sage das Portemonnaie der Eltern nichts über das Talent ihrer Kinder. Und so hat sich Ingrid Hennis, langjähriges Mitglied im Inner-Wheel-Club (IWC), Spenden statt Geschenke zum runden Geburtstag gewünscht. IWC Hildesheim rundete die gesammelte Summe auf. So kamen 3.000 Euro zusammen, die nun „Familien in Not“, kurz FiN, einer Stiftung des Ev-luth. Kirchenkreisverbandes Hildesheim, zu Gute kommen.

„Mit diesem Geld lässt sich einiges bewegen“, betonte Matthias Böning, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Hildesheim, bei der Spendenübergabe. FiN setzt sich dafür ein, dass Kindern, die in sozial benachteiligten Familien aufwachsen, Zukunftsperspektiven eröffnet werden. Manchmal machen da schon ein Paar Fußballschuhe oder ein Zuschuss zum Mitgliedsbeitrag des Sportvereins den Unterschied. In besonderen Fällen helfen auch regionale Firmen weiter. Matthias Böning berichtet von einem Jugendlichen, der ein Praktikum in einer Bankfiliale absolvieren wollte – aber das Geld für den neuen Anzug fehlte. Auf Vermittlung von FiN sprang ein lokaler Herrenausstatter ein. Inzwischen hat der junge Mann nicht nur sein Praktikum absolviert, sondern sogar einen Ausbildungsplatz sicher.

FiN wurde 2005 von Mitarbeitenden der KSM Castings Group und ihrem langjährigen Geschäftsführer Dr. Thomas Zeuner angestoßen, der im vergangenen November überraschend verstarb. 2011 wurde die Stiftung „Familien in Not Hildesheim“ gegründet. Heute ist FiN fester Bestandteil des Diakonischen Werkes Hildesheim und hat im vergangenen Jahr 41 Familien unterstützt.

Hilfsprojekte wie FiN zu unterstützen, sei ein zentrales Anliegen des Inner-Wheel-Club, erklärt Berit Gehlen, Präsidentin von IWC Hildesheim. Und Rosemarie Reyer, Vorsitzende des Förderclubs, ergänzt: „Den IWC Hildesheim gibt’s inzwischen seit 18 Jahren, derzeit gestalten 51 Frauen die Clubarbeit.“ Weltweit sei der IWC die größte Frauen-Service-Organisation – geleitet von den Grundsätzen Freundschaft, soziales Engagement und internationale Verständigung. Deshalb werde man sich in Hildesheim auch verstärkt für die Flüchtlinge in der Senkingstraße einsetzen. Weitere Schwerpunkte des IWC-Engagements liegen auf der Sprachförderung in der Grundschule Nord, der Unterstützung der Musikschule Hildesheim sowie der „Drogenhilfe e.V.“ – insbesondere wird die Hilfe für Kinder von Drogenabhängigen finanziell gefördert.

Ingrid Hennis erzählt, sie sei zu ihrer Spendenaktion zum 80. Geburtstag von der Beerdigung Dr. Thomas Zeuners inspiriert worden. Damals sammelte man auch Spenden für „Familien in Not“, eine Stiftung die Zeuner, der mit 48 Jahren verstarb, mit so viel Engagement begleitet hatte. „Wenn man mit Familie und Freunden zusammen ist, und gleichzeitig weiß, dass man Gutes tun und anderen helfen kann“, betont Ingrid Hennis, „das ist schon etwas Besonderes.“ Maximilian Balzer