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Vor dem Thema Sterben nicht weglaufen

Segen für neue Ehrenamtliche im Hospizverein „Geborgen bis zuletzt“

Die neuen Hospizbegleiterinnen mit ihren AusbilderInnen. Foto: Barth

Hildesheim. Als Karin Schoon ihren Mann verlor, waren sie nicht einmal ein Jahr verheiratet, ihr Sohn noch ein Säugling. Die Unterstützung anderer Menschen und ihr Glaube haben ihr damals Kraft gegeben, diese Zeit durchzustehen: „Ich habe es geschafft.“ Heute möchte Karin Schoon anderen etwas von dieser Kraft abgeben. Sie ist eine von acht neuen ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen im Hospizverein „Geborgen bis zuletzt“, die ihre einjährige Ausbildung abgeschlossen haben. In einem Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche erhielten sie von Pastor Hans Christoph Hermes den Segen für ihre neue Aufgabe.

Die eigene Erfahrung mit Tod und Verlust ist häufig der Antrieb für die Ehrenamtlichen, kranken und alten Menschen am Ende des Lebens sowie deren Angehörigen zur Seite zu stehen. Viola Eckerlebe musste nicht nur ihrer eigenen Krebserkrankung ins Auge sehen, sie hat ihren Mann bis zum Tod begleitet. „Das ist kein Thema, vor dem man weglaufen sollte“, sagt sie, „das gehört zum Leben dazu.“ Während der Ausbildung habe sie viel für sich selbst gelernt.

Birgit Rute wird als Altenbegleiterin häufig mit dem Thema des nahen Todes konfrontiert. Durch den Kurs des Hospizvereins bringe sie nun mehr Wissen und mehr Sicherheit für die Begegnung mit sterbenden Menschen mit, das möchte sie im Hospizverein „Geborgen bis zuletzt“ in der Sterbebegleitung einsetzen. Birgit Hantelmann ist in der Lamberti-Gemeinde im Besuchsdienst tätig und trifft dabei zunehmend auf Gemeindemitglieder, die für sich oder ihren Partner Hilfe brauchen – ganz praktisch, um den schwieriger werdenden Alltag zu bewältigen, aber auch bei den drängenden Fragen am Ende des Lebens. Für sie war diese Erfahrung der Anstoß zur ehrenamtlichen Arbeit im Hospizverein. Zu den neuen Hospizbegleiterinnen gehören außerdem Gudula Rehkate, Ulrike Albers, Ulrike Stengert-Schaumburg und Elke Darges.

Schmerz, Kummer und Angst könnten wie Fesseln im Leben wirken, wie ein Gefängnis. Oft helfe es, gemeinsam mit anderen den Ursachen auf den Grund zu gehen, um etwas davon zu nehmen, sagte Pastor Hermes: „Oder sie gemeinsam auszuhalten.“ Menschen außerhalb der Familie seien dafür manchmal besser geeignet, so der Pastor – Menschen mit ähnlichen Erfahrungen, aber dennoch mit Abstand zum Leid der Angehörigen.

Wer sich für die Arbeit des Hospizvereins „Geborgen bis zuletzt“ interessiert, findet weitere Informationen unter www.geborgen-bis-zuletzt.de sowie unter Tel. 05121 / 9187462 oder E-Mail hospiz.region-hildesheim@evlka.de.  Wiebke Barth