Bad Salzdetfurth, 14. Juli 2018

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Vorzeigemodell für eine anspruchsvolle Aufgabe

Stelle der Integrationskraft ist für weitere zwei Jahre gesichert

Integrationskraft Jennifer May im Beratungsgespräch. Foto: Krusche

Bad Salzdetfurth. Die Stelle der Integrationskraft in der Stadt Bad Salzdetfurth ist bis zum Herbst 2020 gesichert. Das Diakonische Werk Hildesheim ist der Anstellungsträger für die halbe vom Landkreis finanzierte Stelle sowie für die halbe Stelle der Stadt Bad Salzdetfurth. Die Stadt finanziert außerdem den Unterhalt der Räumlichkeiten für das Integrationsbüro.

Hier in der Salzpfännerstraße kann die Integrationsfachkraft Jennifer May nun für weitere zwei Jahre ihre Tätigkeit nachgehen. Sie ist die erste Anlaufstelle für Menschen, die Fragen rund um das Thema Integration haben. Dazu zählen momentan vor allem die 140 Asylbewerber und die 102 Personen mit gerade erworbenen Aufenthaltstiteln. Aber auch Ehrenamtliche, die geflüchtete Menschen unterstützen, und Fragen beispielsweise zum Asylrecht haben, bekommen hier Hilfe.

Eine Besonderheit dabei ist, dass Jennifer May kommunale und regionale Integrationshelferin in Personalunion ist. Etwas, was insbesondere für die Betreuung der KlientInnen von großem Vorteil ist. Sonst sind sie durch den häufigen Wechsel ihrer Bezugspersonen gezwungen, immer wieder neu Vertrauen zu fassen, die eigene, mitunter traumatisierende Geschichte wieder und wieder zu erzählen.

Insofern handle es sich bei der Lösung in Bad Salzdetfurth um ein Vorzeigemodell, sagt die Fachbereichsleiterin Flüchtlingssozialarbeit im Diakonischen Werk Hildesheim Bettina Mai. Dazu zähle auch die gute Vernetzung und Zusammenarbeit von Kirchengemeinde, Kommune und Ehrenamtlichen. Bettina Mai und Diakonin Ilona Wewers betonen zudem, wie wichtig die Arbeit von Fachkräften wie Jennifer May sei. „Die Begleitung und Unterstützung von Geflüchteten ist eine absolut anspruchsvolle Aufgabe. Wir brauchen den Austausch und das Fachwissen.“

Für den ersten Stadtrat Thomas Kasten ist die Verlängerung um zwei Jahre nur ein Zwischenschritt. Der gesellschaftlichen Aufgabe der Integration müsse sich auch die Stadt annehmen. „Die Kommune sieht weiterhin großen Handlungsbedarf in Sachen Integration der Asylbewerber und unserer Neubürger. Wenn die Bewerber einen Aufenthaltsstatus erhalten und bleiben dürfen, dann fängt die Arbeit ja erst an.“

Für Jennifer May beginnt sie schon weit vorher. Sie begleitet die Menschen durch das gesamte Verfahren, füllt mit ihnen Anträge aus, berät und informiert und ist nebenbei auch Seelsorgerin, denn allzu oft  sind es hochtraumatisierte Menschen mit denen sie arbeitet.

Auch Elke Brüsch vom Runden Tisch Asyl freut sich über die Verlängerung: „Wir vom Runden Tisch Asyl sind froh, dass das Integrationsbüro bleibt, und sehen darin auch eine Anerkennung unser bisherigen Arbeit.“ Lisa Krusche