Auschwitz, 3. Mai 2018

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Studienfahrt nach Auschwitz hinterlässt tiefe Eindrücke

20 Jugendliche besuchen das einstige Konzentrationslager und hören Erzählungen eines Zeitzeugen

Die Gruppe der Jugendlichen beim Besuch der Synagoge von Auschwitz.

Ambergau/Holle. Sie hörten Geschichten, die niemals hätten geschehen dürfen. Sahen Bilder, die niemals hätten entstehen dürfen. Bei einer Studienfahrt nach Auschwitz zeigten sich die 20 jugendlichen Teilnehmenden tief beeindruckt.

„Ich habe in Birkenau ein Hass-Gefühl auf die Menschen, die anderen Menschen das angetan haben“, schrieb einer über seine Empfindungen.

Eine Studienfahrt führte die Jugendlichen zusammen mit Diakon Frank Rüffer im April nach Auschwitz, polnisch Oświęcim, in das Zentrum für Dialog und Gebet. Von dort aus besuchten sie das sogenannte „Stammlager I“ und die dortige Synagoge. Ein Rundgang führte sie durch Steinbaracken, vorbei an Bergen von Haaren, Koffern, Brillengestellen und Kinderkleidung. Der Anblick einer Erschießungswand in Block 11 machte das einstige Grauen für die Besuchenden auf erschütternde Weise gegenwärtig. Die jüdischen Namen der Toten stehen dort in einem Buch auf eng beschriebenen 60 000 Seiten.

 

Führung durch das Stammlager I.

Das „Stammlager II“ in Auschwitz Birkenau war das zweite Ziel der Studienfahrt. Allein schon die Größe des Lagers beeindruckte die Jugendlichen. „Die Ausmaße von dem Lager sind unglaublich“, schrieb einer. Die Teilnehmenden sahen Holzbaracken, Rampe und Krematorien. Der Zeitzeuge Prof. Dr. Długoborski hat das Lager überlebt und berichtete den Jugendlichen von seinen Erinnerungen an das Konzentrationslager Auschwitz.

Auch Krakau, die alte Königsstadt Polens, stand auf dem Programm der Reise. In Krakau wurden die ehemalige „Schindler-Fabrik“, das jüdische Viertel „Kazimierz“ und das ehemalige Ghetto besucht. Hier erfuhren die Teilnehmenden, wie sich das jüdische Leben in Krakau entwickelte und dann ein jähes Ende nahm. Heute leben in Krakau nur noch etwa 1000 Menschen jüdischen Glaubens. Bekannt wurde das Viertel durch den Film „Schindler-Liste“.

Die Studienfahrt unter der Leitung von Diakon Frank Rüffer fand statt als Projekt der Schulnahen Jugendarbeit der Evangelischen Jugend im Ambergau und Holle und wurde von der Landeskirche Hannover gefördert aus Mitteln des Kinder- und Jugendplanes des Bundes.