Bad Salzdetfurth, 25. Oktober 2017

Nachricht

Die Polizei als Freund und Helfer ist für viele eine neue Erfahrung

Vortrag in mehreren Sprachen informiert auf Einladung des "Runden Tisches Asyl" über richtiges Verhalten im Straßenverkehr

Polizeihauptkommissar Hans-Joachim Kliem spricht über richtiges Verhalten im Straßenverkehr.

Bad Salzdetfurth. Die Einladung des „Runden Tischs Asyl“ zum Vortrag im „Offenen Haus“ kam offenbar gut an; fast alle Stühle im Gemeindesaal waren besetzt, um Informationen über das richtige Verhalten im Straßenverkehr zu hören. Einladungen in verschiedenen Sprachen waren zuvor in den Briefkästen der Häuser und Wohnungen verteilt und Übersetzer für die wichtigsten Sprachen gesucht worden.
Interessiert folgten rund 40 Asylsuchende den Ausführungen von Polizeihauptkommissar Hans-Joachim Kliem und Polzeioberkommissarin Petra Hanke vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Hildesheim. An den Tischgruppen wurde jeweils in einer Sprache übersetzt. Ein Gemurmel von Tirginya, Arabisch, Englisch und Französisch war zu hören.
Zunächst ging es um die Rolle, Aufgaben und Befugnisse der Polizei in Deutschland. Zum Teil gebe es große Unterschiede zu dem, was die Polizei in den Heimatländern der Asylbewerber tun dürfe, beziehungsweise tue. Die Polizei als „Freund und Helfer“ zu sehen, falle manchen aufgrund ihrer negativen Erfahrungen in ihrer Heimat oder auch der Flucht schwer. „Da ist es hilfreich, Polizeibeamte zu erleben, mit denen man reden kann, die freundlich sind, die Regeln erklären, zuhören und Fragen beantworten", ist Diakonin Ilona Wewers überzeugt.
Im zweiten Teil ging es um das richtige Verhalten beim Fahrradfahren. Mit Hilfe eines Films, wurde falsches und richtiges Verhalten gezeigt und auf Gefahrensituationen hingewiesen. Die Aufmerksamkeit der Zuhörenden war sehr groß. Einige von ihnen hatten schon erlebt, dass sie beispielsweise von einem Lkw abgedrängt wurden, oder selbst einen Unfall verursacht hatten, weil sie jemandem die Vorfahrt genommen hatten. Manche hatten versucht, sich am Verhalten Einheimischer zu orientieren. Beim Vortrag wurde aber deutlich, dass das nicht unbedingt hilfreich ist. Leider gebe es auch viele „schlechte Vorbilder“, mahnte Polizeihauptkommissar Kliem: „Auch Einheimische halten sich nicht immer an die Regeln.“
Die über 40 Zuhörenden wussten nach dem Vortrag ein bisschen mehr. Auch die Infobroschüren, die die Polizeibeamten in unterschiedlichen Sprachen mitgebracht hatten, wurden gern mitgenommen. Zum Schluss bedankten sich die Übersetzer im Namen ihrer jeweiligen „Sprachgruppe“ für den Vortrag. Vielleicht könne man einen solchen Abend wiederholen, schlugen einige vor. So wären manche Verkehrsschilder für sie noch erklärungsbedürftig.
„Es freut uns natürlich, dass das Interesse so groß ist“, sagt Diakonin Wewers. „Wir nehmen den Vorschlag gern auf und werden das beim „Runden Tisch Asyl“ besprechen."