Alfeld, 31. Oktober 2017

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Ein festlicher Schlussakkord

„Katharina bittet zu Tisch“: Superintendentin Henking lädt im Anschluss an den musikalischen Gottesdienst zur mittelalterlichen Tafel ins Lutherhaus ein

In der St.-Nicolai-Kirche war jeder Platz besetzt.

Alfeld. „Heute predigt die Musik“, sagte Superintendentin Katharina Henking beim Festgottesdienst in der Alfelder St.-Nicolai-Kirche. Und tatsächlich schienen die feierlichen Streicher, die triumphierenden Hörnerklänge, die schwergewichtigen Pauken und die jubilierenden Stimmen der Sängerinnen und Sänger all das auszudrücken, was an diesem Reformationstag gefeiert wurde. Unter der Leitung von Arwed Henking musizierten die Kirchenkreiskantorei, das Ephorale Quartett Plus, dazu MusikerInnen des Göttinger Symphonie Orchesters, als Solisten Charlotte Diekmann und Luciano Lodi sowie an der Orgel Christoph Bosse.
„Wir sind angekommen nach einer langen Strecke“, meinte die Superintendentin im Rückblick auf ein Jubiläumsjahr voller besonderer Veranstaltungen in den Gemeinden. Unter anderem hatte der Kirchenkreis aktuelle Thesen unter dem Motto „Meine Kirche bricht auf, wenn…“ gesammelt. „Die Reformation ist nicht abgeschlossen, sie muss weitergehen“, betonte Katharina Henking. Das bedeute aber nicht länger ein Gegeneinander der Konfessionen, sondern ein Miteinander.

Angelika Anders und ihr Team hatten Essen für 200 Personen vorbereitet. Fotos: Barth

Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, viele aus dem Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld wollten bei diesem „Schlussakkord des Jubiläumsjahres“ dabei sein und stimmten ein in das wohl bekannteste Lied Martin Luthers „Ein feste Burg ist unser Gott“. Oft genug aber blieben am Sonntag die Kirchen leer, stattdessen gingen die Menschen lieber ins Fitness-Studio, sagte Superintendent Christian Castel. Sie suchten nicht den Weg zur Seligkeit, sondern allein das Glück im Hier und Jetzt. Dabei sei vielmehr Verzicht der Wohlhabenden geboten, sonst gerate die Suche nach irdischem Glück für alle zum Kampf in der Welt.
Im Anschluss an den Festgottesdienst lud Superintendentin Henking zum 6. Mal in Reihe ins Lutherhaus zur mittelalterlichen Tafel, wie sie auch Katharina von Bora ihrem Gatten Martin Luther und seinen Freunden und Schülern hätte auftischen können. Innerhalb von Minuten waren die 200 Plätze besetzt. 18 ehrenamtliche Helfer und Helferinnen waren an diesem Abend unterwegs, um mit der in den vergangenen Jahren gewonnenen Erfahrung für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Angelika Anders hatte mit Unterstützung von Angelika Martinus sowie ihrer eigenen Familie alles von Grund auf selbst zubereitet, Brote gebacken, Schmalz und Kräuterbutter hergestellt, 42 Kilogramm Hering eingelegt, 78 Liter Suppe gekocht. „Die Logistik ist die größte Herausforderung“, sagt Angelika Anders.

Das Ephorale Quartett begrüßt die Gäste mit Gesang.

Katharina Henking begrüßte ihre Gäste bester Laune und das Ephorale Quartett Plus – bestehend aus Katharina und Arwed Henking, Hella und Christian Castel, Ute und Jochen Eckhof – stimmte auf einen heiteren, geselligen Abend ein. Vor dem Nachtisch gab es noch bezaubernde Tischmusik vom Flötenensemble unter Leitung von Gudrun Bosman. Dem großen Dankeschön der Superintendentin – stilvoll in Kleid und Häubchen – an alle HelferInnen folgte der Auftritt von Martin Luther persönlich in Gestalt von Pastor Michael Kratochwill. Er verordnete „Herrn Käthe“ für das nächste Jahr mal eine Pause als Gastgeberin.   Wiebke Barth