Elze, Alfeld, Bockenem, 10. November 2017

Nachricht

Langer Atem, Geduld und Treue

SuperintendentInnen danken KirchenvorsteherInnen für ihr Engagement / Kirchenvorstandswahlen am 11. März

 Bockenem/Alfeld. Elze. Sie sammeln die Kollekte, planen Kindergottesdienste und Seniorenkreise, begleiten Bauprojekte und verwalten Friedhöfe - und das alles ehrenamtlich. Ohne einen engagierten Kirchenvorstand könnte keine Gemeinde funktionieren. Die aktuelle Amtszeit der Kirchenvorstände ist bald zu Ende. Am Sonntag, 11. März 2018, werden sie nach sechs Jahren neu gewählt.

Die SuperintendentInnen des Kirchenkreises Hildesheimer Land-Alfeld haben das zum Anlass genommen, "Danke" zu sagen. An drei Abenden in Elze, Alfeld und Bockenem luden Katharina Henking und Christian Castel die Kirchenvorstände der 86 Gemeinden des Kirchenkreises ein. „Sonst sehen wir uns nur bei Sitzungen. Wir wollten uns aber dieses Mal nicht nur nebenbei bedanken", erklärt Henking, die den ersten der drei Abende in Alfeld ausrichtete. Über 70 KirchenvorsteherInnen kamen und ließen sich mit einem kleinen Buffet und Musik des Gospelchors The Green Fields verwöhnen. Bei Christian Castel in Elze war der Andrang nicht ganz so groß. Doch auch dort konnten sich etwa 25 Vorstandsmitglieder über ein gemeinsames Abendessen und die musikalische Begleitung von Pianistin Viktoria Buck freuen.

Auch Männer und Frauen, die noch nicht in einem Kirchenvorstand aktiv sind, sich aber für das Amt interessieren, waren ausdrücklich eingeladen, um sich mit den erfahrenen KirchenvorsteherInnen auszutauschen. Gleich vier Interessenten haben sich beispielsweise in Elze zusammengefunden, berichtet Castel.

Und auch bei der letzten Veranstaltung am Freitag in Bockenem finden sich unter den etwa 30 TeilnehmerInnen zwei, die noch nicht in einem Kirchenvorstand aktiv sind. Eine von ihnen ist Maren Tönnies. Die Sehlemerin erfuhr erst am Vorabend von der Veranstaltung und ist spontan dazugekommen. Sie könne sich schon vorstellen, bei der Wahl im März zu kandidieren, erzählt sie. „Ich bin der Kirche schon immer sehr verbunden gewesen." Außerdem wolle sie ein Vorbild für ihren 13-jährigen Sohn sein und ihm zeigen, dass „beten nicht uncool ist."  

In vielen Kirchengemeinden gebe es leider zu wenige Menschen wie Maren Tönnies, berichtet Castel. „Viele junge Menschen sind in Studium, Beruf und Familie stark eingebunden", zeigt er Verständnis. Besonders die Amtszeit von sechs Jahren könne da schon abschreckend wirken. Doch das Amt habe auch viel zu bieten. „Man kann sich wirklich einbringen und gestalten."

Das kann Ulrich Gräbig aus Königsdahlum bestätigen. Der pensionierte Hauptschullehrer ist seit fast 26 Jahren im Kirchenvorstand aktiv. Natürlich gebe es auch weniger angenehme Aufgaben, wie zum Beispiel die Verwaltungsarbeit, findet er. „Das macht nicht unbedingt Spaß. Aber man macht es für die anderen, schöneren Aufgaben wie die Gemeindearbeit oder das Vorbereiten von Gottesdiensten." Seit einiger Zeit hält Gräbig in der St. Johannis-Kirche sogar selbst „kleine Gottesdienste". Jeden Freitag organisiert der Vorstand unter dem Titel „5 nach 6" diese Andachten, um die Zeit zwischen den monatlichen Gottesdiensten zu verkürzen. „Wenn ich so etwas machen kann, schreibe ich auch gerne mal ein Protokoll. Das entschädigt mich", erklärt Gräbig mit einem Lachen.

Nach einer kleinen Andacht, gemeinsamen Singen mit Kirchenkreiskantor Christoph Pannek und den Erfahrungsberichten zweier Vorstandsmitglieder geht auch der Abend in Bockenem zu Ende. Superintendentin Henking überreicht jeder und jedem der aktuellen und angehenden KirchenvorsteherInnen eine Rose als persönliches Dankeschön. Sie hofft, möglichst viele von ihnen auch in den kommenden sechs Jahren in den Kirchenvorstandssitzungen wiederzutreffen. „Wir brauchen in der Kirche Menschen mit einem langen Atem, Geduld und Treue. Davon leben wir."

KandidatInnen für die neuen Kirchenvorstände können von Gemeindemitgliedern vorgeschlagen werden. Die Zahl der KirchenvorsteherInnen richtet sich nach der Größe der Gemeinde. Mindestens muss es aber vier Vorstandsmitglieder geben. Bis zum 5. Februar 2018 müssen die aktuellen Kirchenvorstände die neuen Kandidaten für die Wahl im März aufgestellt haben. Zum ersten Mal dürfen dann auch Jugendliche ab 14 Jahren ihren neuen Kirchenvorstand wählen. Aktuell gibt es in den Kirchenkreisen Hildesheim-Sarstedt und Hildesheimer Land-Alfeld 579 gewählte und 202 berufene KirchenvorsteherInnen. Julia Dittrich

Bildunterschriften:
Gespräch: Auch Superintendent Christian Castel (links) und Superintendentin Katharina Henking (rechts) nutzen den Abend in Bockenem für den Austausch mit den Kirchenvorständen. Ulrich Gräbig und Ursel Jakubowski sind schon seit vielen Jahren in ihrer Gemeinde aktiv. Foto: Dittrich

Gruppe: Damit sich die KirchenvorsteherInnen besser kennenlernen, hat sich Superintendent Christian Castel einiges einfallen lassen. So sollen sich die Gäste einmal nach ihrer Herkunft und dann nach der Länge ihrer Amtszeit in neuen Gruppen zusammenfinden. Foto: Dittrich

Alfeld: Über 70 KirchenvorsteherInnen kamen zum Dankeschön-Abend im Alfelder Lutherhaus. Foto: Heuerding