Sarstedt, 12. März 2017

Nachricht

Selbstverpflichtung für die Ökumene

Versöhnungsgottesdienst in Sarstedt zum Reformationsjubiläum

Foto: Christina Steffani-Böringer 

Sarstedt. Erstmals wird ein Reformationsjubiläum nicht mehr vom Geist der Abgrenzung überschattet, sondern vom Geist der Verbundenheit mit allen christlichen Konfessionen bestimmt. Am vergangenen Wochenende legten die katholische wie die evangelischen Kirchen in Deutschland Zeugnis ab, dass sie es ernst meinen mit dem „Aufeinander zugehen“. Am Samstag in einem zentralen ökumenischen Buß- und Versöhnungsgottesdienst „Erinnerung heilen – Christus bezeugen“ mit hochrangigem Besuch aus Kirche und Politik in der Michaelis-Kirche in Hildesheim, und gleich darauf am Sonntag, dem 12. März, auch in der St. Nicolai-Kirche in Sarstedt.

Der Sarstedter Gottesdienst, den die Pastorin Schiwek und die Pastoren Borcholt und Fricke-Zieseniß zusammen mit Vikarin Hartmann und Pfarrer Harald Volkwein hielten, war geprägt von offenem Miteinander und dem Willen, den Wert der jeweils anderen Konfession anzuerkennen. In einem lockeren Dialog unterhielten sich Matthias Fricke-Zieseniß und Harald Volkwein über vermeintlich Trennendes sowie beglückende Momente des Miteinanders und erinnerten sich an den Moment, als sie als kleine Jungen erstmals erkannten, dass sie „evangelisch“ oder „katholisch“ seien. 

Höhepunkt des Gottesdienstes war die Verlesung und anschließende Besiegelung durch Unterschrift einer „Selbstverpflichtung“, in der Katholiken wie Protestanten vieles versprachen, was noch vor ein paar Jahrzehnten undenkbar gewesen wäre: Die Förderung der „ökumenischen Grundhaltung“ in konfessionsverbindenden Ehen, das gemeinsame Handeln in Fragen von Diakonie und Caritas, Friedenssicherung und Wahrung der Menschenrechte, die Hervorhebung der grundlegenden Gemeinsamkeiten im Glauben und vor allem „alles zu unterlassen, was Anlass zu neuen Zerwürfnissen zwischen den Kirchen gibt“.

Deutschlandweit ist diese Selbstverpflichtung in den Versöhnungsgottesdiensten verkündet worden. In Sarstedt konnten alle Besucher beim anschließenden Umtrunk im Gemeindehaus ebenfalls die Verpflichtung mit ihrer eigenen Unterschrift bekräftigen. Christina Steffani-Böringer